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Klassische Musik und Oper von Classissima

Antonín Dvorák

Samstag 27. August 2016


Klassik am Mittag

15. August

Dvorak Messe in d-dur

Klassik am MittagSendung Nummer 732 16.8.2016 & 21.8.2016, 12 Uhr Dvorak schrieb diese Messe als Auftragswerk, sie ist ein typisches Werk der Spätromantik __________________________________________________ Playlist: 1.) Antonin Dvorak Messe D-Dur Motettenchor Stuttgart, J. Zettler, Orgel, Ltg: Günter Graulich Plattenverlag: Carus 83.106 Erscheinungsjahr:1987__________________________________________________ 2.) im Anschnitt: Dvorak Requiem Part 1 Slovak Philharmonic Choir & Orchestra, Ltg Zdenek Kosler Plattenverlag: Brilliant Classics 92396/10 Erscheinungsjahr: ohne Jahr__________________________________________________

Crescendo

6. April

Beethoven besiegt Mozart - Der Menschenerzieher Beethoven beliebter als Menschenversteher Mozart

Zum ersten Mal siegt der Menschenerzieher Beethoven im Klassik-Ranking über den Menschenversteher Mozart. Unser Kolumnist wundert sich. Von Axel Brüggemann Über Rankings lässt sich prächtig streiten! Eine der wichtigsten Klassik-Listen bringt der britische Sender Classic FM heraus: Rund 200.000 Menschen wählen hier jedes Jahr ihre „Hall of Fame Charts“. Am Ende stehen 300 Werke auf der ewigen Bestenliste. Den deutschen Klassik-Fan mögen die Ergebnisse erstaunen. Aber sie sind ein trefflicher Anlass, um ein bisschen zu philosophieren: Über die Internationalität der Musik, über die Soundtracks in Hollywood und über das Duell der Komponisten-Giganten Beethoven und Mozart. Also los! In der Classic FM-Liste wird schnell deutlich, dass die Musik, die sich so gern als international und weltumspannend gibt, durchaus lokale Unterschiede aufweist. Wie sonst ist zu erklären, dass die meisten Briten ausgerechnet Ralph Vaughan Williams Werk „The Lark Ascending“ auf den ersten Platz wählten – und das schon im dritten Jahr hintereinander. Eine Wahl, die zeigt, dass der Geschmack in der Klassik durchaus etwas mit geografischen Vorlieben zu tun hat. Seit ich für „arte“ arbeite, weiß ich, wie unterschiedlich nicht nur der Geschmack über die Präsentationsformen von Musik in Frankreich und Deutschland ist, sondern dass sich auch das Kern-Repertoire der Länder grundsätzlich voneinander unterscheidet: Mehr Rameau, Chopin und Dutilleux dort, mehr Mahler, Strauss und Rihm hier. Logisch, dass auf russischen Bestenlisten auch mehr Tschaikowsky und Rachmaninov stehen. Klassik ist eben auch irgendwie patriotisch. Oder: Gewöhnungs- und Erziehungssache. Aber noch etwas erstaunt: die Popularität der Klassik in England wird viel massiver von der Unterhaltungskultur geprägt als anderenorts. Dass einer der großen Gewinner in diesem Jahr Beethovens 7. Sinfonie ist, liegt auch daran, dass sie den Soundtrack für „The King’s Speech“ abgegeben hat. Logisch, dass die Briten auch Filmkomponisten wie John Williams in die Top-300 neben Bach, Beethoven und Mozart wählen. In Deutschland behauptet die Klassik gern, unabhängig von anderen Künsten zu sein. Und besonders dem Kino gegenüber zeigen sich viele Künstler eher skeptisch. In Großbritannien wird es längst als einer der großen Werbe-Plattformen für Beethoven und Co verstanden. Das eigentlich Spannende der 2016er „Hall of Fame“ ist die grundlegende Neuverteilung der 300 Top-Plätze. Zum ersten Mal wird der bislang unangefochtene Megastar der Musik, Wolfgang Amadeus Mozart, als Komponist mit den meisten Stücken unter den Top 300 verdrängt und von Ludwig van Beethoven abgelöst. Der Komponist aus Salzburg ist mit 16 Kompositionen vertreten, der Meister aus Bonn erstmals mit 19. Das verwundert auch deshalb, weil allein Mozarts Werkkanon wesentlich größer ist: All seine Opern von „Zauberflöte“ über „Giovanni“,„Figaro“ und „Cosi“, dazu das Requiem, all die Sinfonien, die großartigen Werke für Kammermusik und, und, und. Beethoven tritt dagegen nur mit neun Sinfonien, einer Oper, fünf Klavierkonzerten, einigen Quartetten und Kirchenwerken an. Und dennoch: Der kleinere opus-Katalog aus Bonn hat das Köchelverzeichnis zum ersten Mal geschlagen. Das wirft so manch Frage auf. Wo bleibt Johann Sebastian Bach? – Ist er nicht der Größte aller Größten? Ist er nicht der Urvater von allem, der Gott unter den Göttern, die Musik aller Musik? Okay, vielleicht sind seine Werke nicht so populär und eingängig wie die von Mozart und Beethoven und vielleicht kommen sie vielen Classic FM-Hörern auch nicht mehr wirklich zeitgemäß vor. Aber vielleicht liegt es auch einfach daran, dass Bach seltener als Filmsoundtrack benutzt wird und seltener in einem weichgespülten Radio wie Classic FM auf der Sendeliste steht. Wie auch immer, mein Plädoyer: Nächstes Jahr einfach mal mehr „Musik wagen“ und Bach wählen! Grundsätzlicher ist die Frage, was es über unsere Zeit aussagt, dass wir zum ersten Mal Beethoven besser finden als Mozart. In diesem Zusammenhang ist spannend, zu fragen, wofür die Komponisten eigentlich stehen. Mozart ist ein Menschenversteher: Egal, wie böse seine Helden sind, irgendwie liebt er sie alle. Mozart mag uns samt unserer Fehler und Schwächen, Politik findet bei ihm immer nur im Mikrokosmos der Zwischenmenschlichkeit statt. Ganz anders Beethoven, dieser einmalige Menschenerzieher. Er ist ein Behauptungsmusiker und ein Revolutionär. Seine Sinfonien sind länger als alles, was zuvor gehört wurde, seine Quartette disharmonischer als es die Regeln seiner Zeit erlaubten. Und dazu immer wieder der Anspruch des Musikers als konkreter Politiker: „Fidelio“ und 9. Sinfonie als schreiende Feiermusiken der Menschlichkeit, die „Dritte“ als Fest des kämpfenden Helden, die „Fünfte“ als unausweichbares Schicksal. Es scheint, als könne unsere Zeit mit Mozarts menschlichen Zwischentönen inzwischen weniger anfangen als mit dem politischen Poltern Beethovens. Fortissimo und Sforzandi scheinen besser in die Zeit unserer Extreme zu passen, in eine Gegenwart, die auf Konfrontation statt auf die Lust am Miteinander ausgerichtet ist. Beethoven ist der kämpferischere der beiden Komponisten, der vermeintlich provokantere, der lautere. Mozarts Sinn für das milde Lächeln, selbst im Angesicht des Todes, scheint derzeit dagegen leider ein bisschen außerhalb unserer Moden zu liegen. Bleibt die Frage nach dem Musikalischen. Tatsächlich ist es so, dass sich nicht nur die Wähler, die bei Classic FM mitgemacht haben, derzeit lieber an Beethoven abarbeiten, sondern auch die Musiker selber. Beethoven ist so etwas wie der Maßstab des eigenen Könnens geworden. Vielleicht ist es Zufall, dass Mozarts Verdrängung von Platz eins in jene Zeit fällt, in der Nikolaus Harnoncourt von uns gegangen ist. Er war es, der in den letzten Jahrzehnten einen vollkommen neuen Mozart erfunden hat, einen Mozart, den heute vielleicht höchstens noch René Jacobs und Theodor Currentzis verteidigen. Einen Mozart der emotionalen Extreme, einen Mozart, dessen große Welt in den Innenwelten seiner Charaktere stattfindet. Aber es war eben auch Harnoncourt, der mit seinem Concentus Musicus in Sachen Beethoven vorgelegt hat (wohl auch, um sich endlich an Karajan abzuarbeiten). Beethovens Sinfonien und Klavierkonzerte scheinen gerade heute wieder so etwas wie eine Messlatte im internationalen Klassik-Geschäft zu sein: Paavo Järvis Ruhm und der seiner Kammerphilharmonie Bremen basieren auf ihrer Beethoven-Interpretation, Christian Thielemann hat die neun Sinfonien kürzlich mit den Wiener Philharmonikern aufgenommen und damit einen Kontrast zu Simon Rattles Wiener Aufnahe gesetzt. Der wiederum hat die Sinfonien nun noch einmal gemeinsam mit seinen Berlinern als Labor-Arbeit verstanden und aufgenommen. An Beethoven messen sich seit jeher die großen Pianisten (Rudolf Buchbinder seit Jahren, nun nimmt ihn auch Igor Levit als Gratmesser). Ganz zu schweigen davon, dass seine Quartette für jedes Kammermusikensemble ein non plus ultra darstellen. Irgendwie ist es heute tatsächlich seine Musik, an der man die Gegenwärtigkeit eines Klangkörpers, eines Dirigenten, eines Solisten oder eines Kammermusikensembles ablesen kann. Kein anderer Komponist scheint so ideal als Maßstab zu dienen wie Beethoven. Er ist – anders als Mozart und besonders Bach – wohl am besten für jede Art von Kompetition und Wettbewerb geeignet und verleitet zur Leistungsschau der eigenen Interpretation. Vielleicht sind all diese Gedanken Grund genug für Rankings wie jenes von Classic FM. Sie zeigen uns vor allen Dingen unseren Blick auf die Musik, erklären, was für Komponisten uns in unserer Gegenwart besonders wichtig sind und durch welche ganz weltlichen Zusammenhänge es uns zu dieser oder zu jener Musik zieht. Für das kommende Jahr drücke ich persönlich dann wider Mozart die Daumen, weil ich persönlich lieber in seiner Welt des Seinlassens leben würde als in der belehrenden Welt Beethovens. Aber das ist Geschmackssache. Und hier noch die Top-20 der Classic FM-Liste. 1 Vaughan Williams The Lark Ascending 2 RachmaninovPiano Concerto No.2 3 Vaughan Williams Fantasia on a Theme by Thomas Tallis 4 ElgarEnigma Variations 5 BeethovenPiano Concerto No.5 (‘Emperor’) 6 Allegri Miserere 7 Mozart Clarinet Concerto 8 Beethoven Symphony No.6 (‘Pastoral’) 9 BeethovenSymphony No.9 (‘Choral’) 10 ElgarCello Concerto 11 BruchViolin Concerto No.1 12 BarberAdagio for Strings 13 Tchaikovsky 1812 Overture 14 HolstThe Planets1 15 Jenkins The Armed Man: A Mass for Peace 16 Pachelbel Canon in D major 17 Uematsu Final Fantasy 18 Dvorak Symphony No.9 (‘From the New World’) 19 BeethovenSymphony No.7 20 BachBrandenburg Concertos






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